In Tagen wie diesen nach dem Terroranschlag in Nizza und dem vermutlich gescheiterten Putsch in der Türkei fragt man sich, welche Katastrophen noch heute oder in den nächsten Tagen geschehen werden.
EIN ZOLLBAUM IST VERMUTLICH SCHNELLER VERHEIZT WIE NACHGEWACHSEN.
Auch nach Nizza werden weitere Anschläge folgen und erst mühsam und langsam wird Europa wieder erlernen müssen, dass es seine Außengrenzen doch schützen muss, um zu einem geregelten, anstelle eines chaotischen Systems von Zu- und Auswanderung zurückzufinden. Es ist zurückblickend betrachtet bemerkenswert, wie schnell die Staaten damals die innereuropäischen Grenzkontrollen samt Zollbäumen, Beamten und Infrastruktur abbauen konnten und wie schwer sie sich jetzt mit dem Schutz der Grenzen tun. Ein Zollbaum ist vermutlich schneller verheizt wie nachgewachsen.
Die Auswanderung aus Europa funktioniert nämlich ziemlich problemlos und ist meist bürokratisch geregelt. Man muss sich bei Botschaften anstellen, Dokumente beantragen, medizinische Attests vorlegen, Gespräche über die Beweggründe führen und dann auf die Genehmigung warten, bis man in sein gewünschtes Land außerhalb Europas einreisen darf.
DAS WIRTSCHAFTSWUNDER LÄSST NOCH AUF SICH WARTEN
Im krassen Gegensatz dazu muss man die Einwanderung nach Europa als chaotisch bezeichnen. Die Hochrisikomethoden Schleppen, Schlauchboot oder Fußmarsch sind derzeit die Mittel der Wahl. Es kann daher nicht mehr überraschen, dass bei diesen Einreisemethoden auch ein bestimmter Promille- oder Prozentsatz an extremistischen Terroristen mit einreist.
Zum Überdruß scheitern wir auch an der Integration der friedlichen Mehrheit der Migranten und importieren diese letzten Endes in unsere bereits überschuldeten Sozialsysteme. Großspurige Ankündigungen und Worthülsen waren nicht das Papier wert, auf dem sie verkündet wurden. So hat Daimler-Chef Dieter Zetsche noch vor einem Jahr davon gesprochen, dass die Migranten ein neues Wirtschaftswunder in Deutschland auslösen könnten.
Ein Jahr später zeichnet eine Umfrage der F.A.Z. ein anderes Bild: die 30 wertvollsten Unternehmen des Deutschen Aktienindex (DAX), die für einen addierten Jahresumsatz von mehr als 1,1 Billionen Euro und für rund 3,5 Millionen Beschäftigte stehen, haben bis Anfang Juni 54 (!) Flüchtlinge fest angestellt. 50 davon hat die Deutsche Post aufgenommen und je 2 die SAP AG und der Pharmakonzern Merck. Soviel zum Wirtschaftswunder.
ES IST EINFACH: DIE VIEL GEPRIESENE „INTEGRATION“ HAT NICHT FUNKTIONIERT.
Gelungene Integration sieht anders aus. Es kommen einfach zu viele und Europa ist überfordert. Auch Frankreich ist überfordert: mehrere Jahrzehnte lang wurde eine offensive Immigrationspolitik betrieben. Dies ging soweit, dass bis zum Jahr 2006 jeder illegal im Land Lebende nach zehn Jahren automatisch legalisiert wurde. Erst seit dem Einwanderungsgesetz von 2006 versuchte man sich in der Eindämmung der Immigrationsströme. Mit ausbleibendem Erfolg: die Einwanderungsquote steigt jedes Jahr. Die Geschichte lehrt uns, dass in späteren Jahrzehnten frustrierte Migranten der 2. oder 3. Generation anfällig für religiöse Irrlehren sind und einzelne davon als Attentäter auffällig werden. Es ist letzten Endes gleichgültig, ob der Attentäter dann psychisch labil, geschieden, arbeitslos, zu viel dem Haßprediger in der Nebenstraße zugehört, oder auf IS-Webseiten gesurft hat. Es ist einfach: Die viel gepriesene „Integration“ hat nicht funktioniert.
Dass sich der bisher eingeschlagene europäische Weg noch bewährt, erscheint unwahrscheinlich. Es ist daher hoch an der Zeit, dass sich unsere Staaten, unser Grenzschutz und auch unsere Integrationskonzepte neu erfinden.