Hausaufgaben, nein danke!

Hausaufgaben werden seit über 500 Jahren gemacht. Ich habe meine im Schulbus geschrieben oder in einer Stunde davor für die übernächste. Im aufsteigenden Chemiesaal ging das am besten. Es gibt zwar viele Studien zu Hausaufgaben in den letzten etwas mehr als 130 Jahren, sagt Bildungsjournalist Armin Himmelrath in seinem Buch, aber keine, welche die Wirksamkeit von Hausaufgaben belegt. Studien, die Kinder verglichen, die mehrere Jahre keine Hausaufgaben hatten, mit solchen, die welche machen mussten ergaben keine Lernunterschiede, sondern als einzigen Unterschied: Die Kinder ohne Hausaufgaben waren glücklicher.

Ich ahne, dass Eltern öfter gegen die Abschaffung von Hausaufgaben sein werden als Lehrer, weil sie glauben, ein Kontrollinstrument zu verlieren. Schüler  werden wohl dafür sein, obwohl ich die noch nicht gemachten Hausaufgaben gern als Vorwand nahm, nicht am Sonntagsspaziergang teilnehmen zu müssen. Pädagogisch, das ist sich die Wissenschaft wohl weitestgehend einig, bringen eigenständige Arbeiten als Teil des Schultages viel mehr. In dem Maße, in dem Ganztagsschulen die Regel werden, löst sich die Frage sowieso in Luft auf.

EIN SCHÖNER NEUJAHRSVORSATZ FÜR 2016

Das wäre doch ein schöner Vorsatz für 2016, wenn sich die Bildungspolitiker den Argumenten der Bildungsforscher öffnen und nach 500 Jahren den Kindern ein wenig Freiheit zurückgeben – Müttern und Vätern auch, sofern sie davon richtigen Gebrauch machen.