(Un-)Bildungspolitik

Ich kann das Reden von der Schulautonomie schon nicht mehr hören. Schuldirektoren sollen die Möglichkeit bekommen,  sich  die Lehrer an ihrer Schule selbst auszuwählen. Es ist eine der Lieblingsvorstellungen der notorischen Bildungsexperten, die ihre Legitimation daraus beziehen, dass sie zwar in der Schule gesessen, nie aber vor Schülern gestanden sind. Jetzt ist auch die Bildungsministerin wieder mit der Idee dahergekommen.

 Das versteht man sogar, alles andere würde das blanke Chaos auslösen.

Es könne selbstverständlich nur für neu eintretende Pädagogen gelten und nicht für bereits im Dienst befindliche, sagte Sonja Hammerschmid erklärend. Das versteht man sogar, alles andere würde das blanke Chaos auslösen. Die „Auswahl“ soll über Bewerbungsplattformen laufen.  Sollten sich an einer Schule keine Lehrer bewerben, werde „weiterhin die Behörde steuernd eingreifen“, setzte die Ministerin. Natürlich. Soweit soll die Freiheit auch wieder nicht gehen. Die Gretchenfrage, was mit Lehrern, die niemand haben will, stellt die Ministerin gar nicht und braucht sie daher auch nicht beantworten? Werden sie entlassen?  Da sei die Gewerkschaft vor!

Das Ganze ist in Wirklichkeit ein Schmäh.

Schon jetzt greift die Behörde „steuernd ein“. Die Behörde, das ist in Wien der Stadtdtschulrat in Wien. Direktoren an Gymnasien müssen froh sein, wenn sie überhaupt Lehrer bekommen, denn die werden für die Gesamtschule alias Neue Mittelschule gebraucht. Die Gymnasien werden ausgehungert, was seit der vorletzten Bildungsministerin (deren Namen man sich nicht merken muss wie auch den ihrer Nachfolgerin) offizielle Politik der SPÖ ist. Ob ein Gymnasium eine dringend benötigte Lehrkraft bekommt, hängt vom Wohlverhalten gegenüber dem Stadtschulrat ab. Damit werden nebenbei die katholischen Privatschulen kujoniert.

 

Aber das  Ziel der SPÖ-Bildungspolitik  ist ohnehin nicht die beste Schule und Bildung für jeden, sondern die Herstellung angeblich sozialer Gleichheit.

Hammerschmid sagte das in ihrer ersten öffentlichen Erklärung ganz unverblümt.  Ein (natürlich aus Deutschland kommender) Bildungswissenschaftler meinte kürzlich im Ö1-Radio: Die besten Lehrer müsse man zu den schlechtesten Schülern geben. Die Schule wird nicht verstanden als Ort von Lernen, was auch mit Leistung und Anstrengung verbunden ist, sondern als Werkstatt, wo Sozialmechaniker ihre Gesellschaftsutopien verwirklichen.