Warum erst jetzt?

Bereits zum dritten Mal in ihrer noch nicht einmal ein Jahr dauernden Amtszeit als Premierministerin musste Theresa May vor die Öffentlichkeit treten und über einen Terroranschlag reden. Ihre Rede unterschied sich markant von dem, was man spätestens seit den Anschlägen in Paris unentwegt hört: „Wir sind Charlie“. „Jetzt müssen wir zusammenstehen“. „Die Demokratien dürfen sich nicht auseinanderdividieren lassen“. „Die Wehrhaftigkeit der freien Welt muss wachsen“ – und was an salbungsvollen und unsinnigen Sätzen noch ist.

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Pragmatisch, mit Tendenz zur Resignation

Ich gestehe, ich bin nicht Brüssel. Ich war Charlie, und ich war Paris – Brüssel bin ich nicht mehr. Denn ich war auch schon nicht Ankara und auch nicht Istanbul. Stattdessen stelle ich erschrocken fest, dass der Prozess der Abstumpfung auch bei mir bereits eingesetzt hat und der Schock und die Empörung einem Pragmatismus gewichen sind. Das ist beunruhigend, denn ich bin sicher, ich bin mit dieser Gefühlslage nicht allein. Ein bisschen komme ich mir schäbig vor. Es ist wie es ist. Ich bereite mich eher darauf vor, demnächst Berlin oder Frankfurt zu sein. Pragmatisch und leicht resigniert.

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