Steuerflucht fast unmöglich

Fast weltweit schließen die letzten Schlupflöcher für Steuersünder. Steuerflucht wird fast unmöglich oder ist nur noch mit nahezu nicht mehr tragbaren Risiken verbunden.

Die Kaimaninseln, Barbados, die Antillen und fast die ganze Karibik ist dabei. Und auch die bisher klassischen Steuerfluchtinseln in Europa wie Gibraltar, Jersey, Luxemburg, Liechtenstein und Malta machen mit. Mehr als 60 Staaten rund um den Globus haben sich bereit erklärt, die letzten Schlupflöcher für Steuersünder zu schließen.

Seit dem 1. Jänner 2016 sammeln die Banken in diesen Staaten alle Daten von ausländischen Kontoinhabern und melden sie über ein weltweit einheitliches Format den heimischen Finanzbehörden. In Österreich beginnt das erst mit Oktober 2016 und in Asien (Singapur, Hongkong, Macau) und der Schweiz dann mit Jahresbeginn 2017.

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Damit wird die Steuerflucht in diese ehemaligen Steueroasen nahezu unmöglich. Experten meinen zwar, dass es noch einige Steuervermeidungsstrategien geben wird. Allerdings nur noch in Länder, in denen die Rechtssicherheit nicht gerade hoch ausgeprägt ist. Das Risiko eines Militärputsches ist dort beispielsweise so hoch, dass möglicherweise sogar der Verlust des gesamten Vermögens durch Enteignung droht. Dieses Risiko werden die wenigsten Steuersünder wohl eingehen wollen.

Betroffenen Personen wird derzeit geraten, sich durch Selbstanzeigen einer drohenden Strafe zu entziehen. Dies gilt auch rückwirkend bis in die Jahre vor 2015, da damit zu rechnen ist, dass Finanzbehörden auch die Vorjahre nachfragen werden.

DEN WOHLFAHRTSSTAATEN IN EUROPA KOMMT DAS ARGUMENT GEGEN DIE BÖSEN STEUERSÜNDER ABHANDEN…

Somit stehen wir vor einer Wende. Den gefräßigen und anscheinend niemals satten Wohlfahrtsstaaten in Europa kommt das Argument gegen die bösen Steuersünder abhanden. Sie sollten daher beginnen, mit den zusätzlichen Einnahmen aus dieser Steuereintreibung sorgsam zu haushalten.

Ob dies jedoch geschehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Populisten unter den Politikern sollten umdenken. Es gibt ein paar Sündenböcke weniger.