Schimpfwort Konzern

Durch Zufall bin ich in der Zeitung auf eine kleine Meldung gestoßen: Die Anton Paar GmbH in Graz-Straßgang „kauft in den USA zu“. Die steirische Firma, Spezialist für Messtechnik, hat die Quantachrome in Boynton, Florida gekauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Meldung endet mit den beiden Sätzen: „Die Anton Paar-Gruppe ist mit 29 Vertriebstöchtern und sieben produzierenden Betrieben in 110 Ländern operativ tätig. In Summe beschäftigt der Konzern rund 2900 Mitarbeiter.“

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Wie das Geld der Reichen den Armen hilft

Das ist eine Buchbesprechung, also nicht etwas, das von einer solchen Kolumne erwartet wird. Aber sie passt sehr gut in diesen Blog, denn es geht um ein Wunder, das eigentlich keines ist: Die kapitalistische Marktwirtschaft und die Funktion des Geldes, zu Kapital zu werden und so allgemeinen Wohlstand zu schaffen wie kein anderes von Menschen je praktizierte Wirtschaftssystem. Das Buch, von dem die Rede ist, hat einen Titel, den der gegenwärtige Papst als Provokation empfinden dürfte:
„Für Gott und den Profit. Eine Ethik des Finanzwesens.“

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Jenseits des Wohlstands

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben am letzten Wochenende im schwedischen Göteborg die „Europäische Säule sozialer Rechte“ proklamiert. Sie verpflichteten sich damit auf ein Paket von 20 „Grundsätzen und Rechten“ für die Verankerung einer „ausgeprägten sozialen Dimension“ in der Zukunft der EU. Als solche sozialen Rechte werden unter anderem faire Löhne, Gesundheitsversorgung, lebenslanges Lernen, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und die Gleichstellung der Geschlechter genannt.

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Kirche geht auf Distanz zum Frieden Christi

Katholische Kapitalismus-Kritik streift den Antisemitismus – Sagt Ihnen „Pax Christi“ etwas? Nein, nicht das Wort, das auf Deutsch „Der Friede Christi“ bedeutet, sondern eine katholische Organisation dieses Namens. Wahrscheinlich nicht. Präsident der österreichischen Sektion dieser Vereinigung war bis zum letzten Freitag der Bischof von Linz, Manfred Scheuer. An diesem Tag hat er dem Verein seinen Rücktritt mitgeteilt. Das Schreiben, in dem er seine Entscheidung begründet, hat er zeitgleich der Israelitischen Kultusgemeinde übermittelt, Das ist ein erstaunlicher Vorgang; was hat eine anscheinend innerkatholische Sache mit der jüdischen Gemeinde zu tun?

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Geschäft mit dem Ressentiment

Es ist ein fast grotesker Zufall: Am Montag dieser Woche hatte die New York Times zwei Artikel, die in ganz verschiedenen Weltgegenden und Umständen spielen, aber auf frappante Weise von einem ähnlichen Phänomen handeln. Eine Schwarze („african-american“) in den USA kauft nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft zu ihrer Wohnung ein, sondern fährt in einen anderen Stadtteil mit ausschließlich weißer Bewohnerschaft, weil sie der Meinung ist, in die Geschäfte mit vorwiegend schwarzer Kundschaft würden Waren schlechterer Qualität geliefert oder gar solche, die gesundheitsschädlich sind.

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