Kirche geht auf Distanz zum Frieden Christi

Katholische Kapitalismus-Kritik streift den Antisemitismus – Sagt Ihnen „Pax Christi“ etwas? Nein, nicht das Wort, das auf Deutsch „Der Friede Christi“ bedeutet, sondern eine katholische Organisation dieses Namens. Wahrscheinlich nicht. Präsident der österreichischen Sektion dieser Vereinigung war bis zum letzten Freitag der Bischof von Linz, Manfred Scheuer. An diesem Tag hat er dem Verein seinen Rücktritt mitgeteilt. Das Schreiben, in dem er seine Entscheidung begründet, hat er zeitgleich der Israelitischen Kultusgemeinde übermittelt, Das ist ein erstaunlicher Vorgang; was hat eine anscheinend innerkatholische Sache mit der jüdischen Gemeinde zu tun?

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Geschäft mit dem Ressentiment

Es ist ein fast grotesker Zufall: Am Montag dieser Woche hatte die New York Times zwei Artikel, die in ganz verschiedenen Weltgegenden und Umständen spielen, aber auf frappante Weise von einem ähnlichen Phänomen handeln. Eine Schwarze („african-american“) in den USA kauft nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft zu ihrer Wohnung ein, sondern fährt in einen anderen Stadtteil mit ausschließlich weißer Bewohnerschaft, weil sie der Meinung ist, in die Geschäfte mit vorwiegend schwarzer Kundschaft würden Waren schlechterer Qualität geliefert oder gar solche, die gesundheitsschädlich sind.

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Geboren 1378, in Österreich 50.000 Euro erschlichen

In den Zeitungen kam die Sache als relativ unauffällige Meldung daher: Drei Asylwerber „sollen Sozialleistungen erschlichen haben: Verurteilt“. Na gut, denkt man sich, ist nicht schön, kommt eben vor. Wenn man dann aber die Details liest, sträuben sich einem die Haare: Über das Maß an krimineller Unverschämtheit und über das Maß an Unachtsamkeit der Behörden und Verharmlosung durch Gerichte.

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Rechts

„Vormarsch der Rechten“ lautete der Zeitungsaufmacher der Kleinen Zeitung am Montag nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, bei der die Alternative für Deutschland AfD auf über zwanzig Prozent der Stimmen gekommen war und die CDU überholte. Das kann man auf zweifache Weise lesen: Entweder als Genetiv Singular oder als Genetiv Plural. Im ersten Fall würde dann die AfD für eine Kategorie politischer Parteien stehen, die als rechtsstehend betrachtet werden, bzw. einzuordnen sind, pauschal also die „Rechte“. Liest man das Wort dagegen als Plural, dann wären damit Leute gemeint, nämlich alle, die bei diversen Demonstrationen mitgehen und eventuell vielleicht ausländerfeindliche Parolen rufen.

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© Azurfrog

Nous sommes Bruxelles

Kann eigentlich ein Terroranschlag stattfinden ohne dass danach die „Solidaritätsbekundungen“ aus aller Welt eintreffen? Was ist diese Solidarität, außer eine belanglose Redensart? Nach dem Attentat auf die satirische Zeitschrift Charlie Hebdo in Paris im Jänner 2015 ging das „Je suis Charlie“ um die Welt und stand auf unzähligen Transparenten bei Kundgebungen. In dem damaligen Fall bedeutete das „Ich bin Charlie“ noch dazu die Identifikation mit einem etwas dubiosen Produkt.

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